Natürlichnatürlich. Unsere Erwachsenenhaare sträuben sich bei solchen Äusserungen. Aber gibt es für Kinderglück nicht eigene, sehr auf den Moment bezogene Glücksdefinitionen? Wir verlangen von den Kindern, dass sie unsere eigenen, philosopischen, sorgfältig auf moralische Grundsätze geprüften Wünsche übernehmen. Keine materialistischen natürlich. Aber ich bin überzeugt: dieses sofort-haben-wollen ist ein steinzeitlicher Reflex des Menschen und absolut normal. Die Kunst ist nur, zu lernen, diesem Reflex nicht einfach blind nachzugeben, sondern abzuwägen, Werte zu definieren. Anders gesagt: Wer viel Geld haben will, muss ständig arbeiten und hat gar keine Zeit mehr zum Wii-Spielen. Das Paradoxon des Kapitalismus sozusagen.
ausserdem sehen die Kinder ja, dass wir Erwachsenen uns einfach so das kaufen, was wir haben wollen - da imitieren sie uns schnell und wollen das genauso können. Ihre Perspektive zieht nicht all die Nachteile in Erwägung, die aus einem Kauf entstehen. So sag ich zum Beispiel immer: wenn wir so ein grosses Haus hätten, wäre ich die ganze Zeit nur mit Staubsaugen beschäftigt und schlecht gelaunt. Aber, man glaubt es nicht, auch dafür hat der kleine Strolch eine Lösung: wer ein grosses Haus hat, hat auch genügend Geld für eine Putzhilfe....!
Über Lilli
In Süddeutschland geboren und aufgewachsen, nach dem Studium nach Kanada ausgewandert, lebt und liebt Lilli seit zehn Jahren in einem Vorort von Montréal. Sie verdient ihr Brot mit Übersetzungen, die Butter dazu mit Texten aus ihrer Feder und die volle Anerkennung ihres Mannes dafür, zwei Strolche fast immer liebevoll auf ihrem Werdegang zu begleiten.
Klar ist das normal,