Doppelt tief, bitte
Im Urlaub haben Lilli und Monsieur die amerikanische Serie „Six Feet Under“ im Schnellverfahren gefuttert und für köstlich befunden. Was Lilli unter anderem deshalb genial findet, da ihr die Serie von dieser Fußballmutter empfohlen worden war, mit der Lilli jetzt auch noch über andere Sachen sprechen kann als über ihren Krebs. Seltsam, kaum hat jemand eine schwere Krankheit, fängt man an, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, welche Themen denn nun noch zur Konversation geeignet sind und welche auf der schwarzen Liste stehen. Darf/soll man nun nach den Fortschritten der Krankheit/Behandlung/Genesung fragen, oder ist das komplett unangebracht? Empfindet der kranke Mensch es als oberflächlich, wenn man über andere Dinge redet, oder als Drückebergerei? Oder gar als Wohltat? Vielleicht hat er ja gar keine Lust, ständig an seine Krankheit erinnert oder auf sie reduziert zu werden, und ist gottfroh, sich auch mal über Nate und Brenda äußern zu dürfen? Wie knackig Nate in Jeans aussieht, und wie schrill es ist, als Brenda vorgibt, Krebs zu haben und sich ihre eigene Beerdigung aussuchen zu wollen? Ups, das war jetzt nicht gut, Lilli. Das zählt jetzt bestimmt als doppelt tiefes Fettnäpfchen…
Lilli legt los - 9. Sep, 09:23