Strolche

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Pubertät aktuell

Manchmal möchte der kleine Strolch am liebsten vom Erdboden verschwinden.

divannoir

Montag, 7. November 2016

Was blüht denn da?

Was Lilli gerne zu Weihnachten hätte: eine kleine Zeitmaschine, die uns 10 Sekunden lang Einblick in die Zukunft gibt. Sagen wir mal ins Jahr 2018. Die würde sie dem kleinen Strolch vor die Augen halten, damit er sieht, dass auch für ihn die Pickelphase irgendwann einmal vorüber sein wird. Im Moment nämlich nimmt er Roaccutan und leidet gleichzeitig unter trockenen Lippen, schuppender Haut und der sogenannten Anfangsverschlechterung.

"Es wird besser werden, schau mich an", sagt Lilli ihm, aber gleichzeitig bricht es ihr das Herz, ihn so zugerichtet in die Schule gehen zu sehen. In dieser Hinsicht (und nur in dieser!) ist sein Genpool schlimmer als Spülwasser.

Mittwoch, 2. November 2016

Das riecht verdächtig

In der Nacht nach seiner Halloween-Party weckt der kleine Strolch Lilli auf. Ihm ist schlecht, der Kopf dreht sich, gleich muss er spucken. Lilli geht mit ihm ins Bad und streicht ihm über den Rücken, während er sich über der Kloschüssel mühsam erbricht.

Das letzte Mal, dass sie mit ihm nachts wachen musste, war wegen Wachstumsschmerzen vor - ja, vielleicht 10? - Jahren. Im weiteren Sinne kann man auch dies hier als Wachstumsschmerzen bezeichnen, allerdings mit einer deutlich über allem flatternden Bierfahne...

Montag, 31. Oktober 2016

Zahlen sind biegsam

Auch wenn die Strolche sich nicht mehr verkleiden und von Haus zu Haus ziehen, um dort Bonbons abzuklappern, hat Lilli dieses Jahr wieder zwei Schachteln mit Halloween-Süssigkeiten gekauft. Das sind extra kleine Portionen Sachen, die normalerweise nicht im Haushalt vorkommen - Mars, Twix, Smarties, Gummibären... In so einer Schachtel sind 100 Päckchen, insgesamt wiegen sie aber nicht mal ganz ein Kilo.

Natürlich hat die Familie es nicht geschafft, bis heute damit zu warten. Schon am Wochenende wurden die Schachteln aufgerissen. "Ok, jeder darf sich drei Päckchen nehmen", sagt Lilli, denn bis zum eigentlichen Datum (heute) sollte schon noch etwas davon übrigbleiben. Der kleine Strolch zählt: "Eins, zwei, drei, drei, drei", bevor er sich mit vollen Händen davonstiehlt.

Montag, 25. Juli 2016

Grosser Strolch wird schnell noch grösser

Gleich in der ersten Woche des Ferienlagers hat der grosse Strolch eine Freundin gefunden. Seine erste richtige Freundin, wie das Beweisphoto zeigt, auf dem er stolz seinen Arm um eine sehr hübsche Blonde gelegt hat.

In der zweiten Woche will das Mädel wissen, wie das mit den Beiden nach dem Ferienlager weitergehen soll - sie werden ja gute 50 Kilometer voneinander entfernt wohnen, ganz ohne öffentliche Verkehrsmittel und Führerschein. Der grosse Strolch meint, bis dahin seien es ja noch ganze drei Wochen, solange könne man nicht im Voraus planen.

Er hat ja recht. Und sie hat auch recht. Liebe ist kompliziert.

Willkommen im Erwachsensein, grosser Strolch.

Freitag, 22. Juli 2016

Red Velvet

Der kleine Strolch will einen Kuchen backen. "Einen Red Velvet", sagt er, und als Lilli bei verlässlichen Quellen nach einem Rezept schauen will, "Ich hab schon ein Rezept, auf Youtube." Lilli versteht den Subtext des kleinen Strolches und lässt ihn alleine werkeln.

Als sie wiederkommt, ist der kleine Strolch geknickt. Er hat teaspoon und tablespoon verwechselt und deshalb doppelt so viel Salz, Essig und Backpulver verwendet als im Rezept angegeben. Der Kuchen ist nicht ganz so rot, wie er es sich erhofft hatte, und beim Aus-der-Form-Nehmen ziemlich vollständig auseinandergebröselt. So sehr, dass er nicht wusste, wie er - trotz gut gelungener Glasur aus Frischkäse und Sahne - daraus jemals eine zweistöckige Torte bauen sollte.

Lilli probiert die Brösel, die zwar auf den ersten Eindruck hin eigenartig schmecken (ach ja, er hat auch Olivenöl anstatt dem zum Backen gedachten Sonnenblumenkernöl genommen), insgesamt aber, vor allem mit Glasur, angenehm locker und feucht auf der Zunge zergehen. Gemeinsam schaufeln sie die Brösel in eine Schüssel und lagern Glasur dazwischen wie bei Tiramisu, und nach ein paar Stunden im Kühlschrank schmeckt das Ganze so gut, dass der Strolch bereit ist, nächste Woche einen zweiten Versuch zu starten.

Wer weiss, vielleicht wird ja doch noch ein grosser Bäckermeister aus ihm. Monsieur jedenfalls macht schon mal ein Photo von den Bröseln, um später mal dokumentieren zu können, wie die Laufbahn anfing.

Dienstag, 12. Juli 2016

High expectations

Bevor der grosse Strolch allein in die Ferien geflogen ist, hat sie ihm noch ein Buch zugesteckt. "The Hitchhiker's Guide to the Galaxy", alle vier Bände der Trilogie. Sehr symbolhaft, denn die Hauptperson des Buches tritt gleich zu Beginn der Handlung ebenfalls eine abenteuerreiche, alles über den Haufen werfende Reise an. Sie erinnert sich noch, damals beim Lesen lauthals gelacht zu haben über den absurden Humor, die Ironie und die Perspektive, dass die Erde und ihre Mitbewohner eine ziemlich primitive Lebensform darstellen - im Vergleich zum Rest des Weltalls jedenfalls, von den Delfinen mal ganz abgesehen. Sie hofft, dass der Strolch Gefallen am Reisen und Entdecken finden wird, dass er ein mutiger und weltoffener Tourist sein wird, der müde und glücklich über die Begegnungen mit anderen Menschen und Kulturen wieder nach Hause kommen wird, für immer vom Virus des Weggehens (und Wiederkommens) infiziert.

Ausserdem hätte sie gerne, dass er endlich mal eine SMS schreibt und von sich hören lässt - und ein Dankeschön für das Buch wäre auch nicht schlecht.

Ausgeflogen

Der grosse Strolch ist nun fort. Fünf Wochen lang wird er nicht zuhause sein, keine Cheerios unter den Tisch streuen, keine Socken liegenlassen, nicht abends um 11 noch lautstark Gitarre spielen, nicht nicht beim Tischdecken helfen. Den ersten strolchlosen Abend findet Monsieur unerträglich. "Das ging alles viel zu schnell", sagt er, den Tränen nahe. "Plötzlich interessiert er sich für Mädchen, macht Fahrstunde und verbringt auch noch die Ferien ohne uns. Ich hatte gar keine Zeit, die Zeit mit ihm richtig auszunutzen." Lilli denkt "Selber schuld" - nicht hartherzig, sondern traurig, denn dass Monsieur die Arbeit oft wichtiger fand als die Zeit mit den Strolchen, hat sie ihm vor Jahren oft genug gesagt und auch das Bedauern, das er jetzt empfindet, prophezeit. Sie braucht es jetzt nicht zu wiederholen, denn Monsieur weiss es selbst. Deshalb weint er ja auch.

Sonntag, 12. Juni 2016

Das hat was

So wird hier das Ende der 11. Klasse und somit der Schulpflicht gefeiert:

DSC03754

Wenn Lilli da an ihre eigene Abifeier in der Turnhalle mit Neonbeleuchtung zurückdenkt... dann wird sie direkt neidisch. Klar ist das für Aussenstehende sehr amerikanisch und an der Grenze zum Kitsch, aber wenn das eigene Kind blau gewandet auf der Bühne steht - nach all den Powerpoint-Präsentationen und Mathehausaufgaben, die man mit ihnen durchgestanden hat - ist man für den Sinn des Rituals empfänglich.

Samstag, 2. April 2016

Lichtblick

Schöne Momente sind es, wenn sich der kleine Strolch mit Lilli zum Fernsehen aufs Sofa setzt. Bisher hatten sie immer Serien gefunden, die beiden zusagen: Breaking Bad, Sherlock Holmes, Downton Abbey. Ja, die Schnittmenge der Fernsehvorlieben zwischen einer 46jährigen Frau und einem 15jährigen Strolch enthält tatsächlich mehrere Titel, aber jetzt nach dem Ende von Downton Abbey hatte Lilli Angst, nichts Neues mehr zu finden.

Und obwohl der kleine Strolch sie manchmal belehrt, dass er irgendwann mal nicht mehr mit ihr fernsehen würde und sie sich schon mal seelisch darauf einstellen kann, weil das nun mal der Lauf der Welt ist (er hat ja so recht), sucht sie nach einer neuen Fernsehdroge, die sie miteinander verbinden und ihnen Stoff zu Diskussionen liefern wird.

Die vierte Staffel von Orphan Black geht am 14. April in Kanada los. Lilli ist - für die nächsten 10 Wochen oder so - gerettet.

Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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