Die wichtige Kundin hatte 5 Personen im Gefolge, zusammen mit Lilli und Monsieur saßen also 8 Leute im schicken Restaurant, das am Ende des Abends eine Rechnung von über 1000 $ präsentierte. Die wichtige Kundin sprach ununterbrochen über sich und ihre Firma, während ihr Mann sich Lilli gegenüber schwärmerisch an seinen Besuch in einer Tübinger Verbindung („ach so romantisch! Die Trinkerei, die Reden, das Fechten, es hatte alles so viel Stil“) erinnerte und sich alle anderen Anwesenden bemühten, hin und wieder ein geistreiches Wort einzuwerfen. Es wurde über Blackberries und Applecomputer geredet, über Dubai und dass es sich nicht lohnt, hinzufliegen. Es war sterbenslangweilig und anstrengend, denn außer der wichtigen Kundin war keiner zum Vergnügen hier. Schließlich wurde sogar noch vorgeschlagen, ins Kasino zu gehen, was Lillis Magen zu einer vollständigen Umdrehung veranlasste, die dem zuvor gegessenen Perlhuhn nicht gerade wohl bekam. Ohne es zu wollen, schlüpfte Lilli ein sarkastisches „Klar geh ich mit, darüber lässt sich bestimmt hervorragend bloggen“ heraus, das rund um den Tisch mit Unverständnis aufgenommen wurde. Vom Bloggen hatten diese Leute keine Ahnung, denn damit lässt sich doch kein Geld verdienen…
Lilli legt los - 4. Sep, 10:19
Lilli ist hier ohne groß nachzudenken (AHA!) einen Pakt eingegangen, einen Positiv-Pakt sozusagen, bei dem sie von jetzt an einen Monat lang zu allen sich bietenden Gelegenheiten des Lebens "ja" sagen soll, obwohl sie vielleicht lieber aus Scheu/Bequemlichkeit/völlig unmotiviertem Minderwertigkeitsgefühl "nein" sagen würde. Sie wird sich also von nun an nackt wie eine Schnecke ohne Schneckenhaus dem Leben entgegenwerfen - nur, um herauszufinden, wie sich das anfühlt und ob vielleicht etwas Gutes dabei herauskommt.
Die ersten paar Tage hatte das Leben wohl noch nicht gemerkt, dass es hier eine offene Tür einrennen kann, denn es blieb so ruhig und ereignislos, wie es sich manchmal in den Sommerferien verhält. Nun aber ist es wohl auf meine neue positive Haltung aufmerksam geworden, denn es fährt unablässig Termine auf, die ich mit Herzklopfen in den Kalender eintrage. So stehen heute und am Donnerstag zwei Besuche an, die im Prinzip harmlos wären, wenn nicht Monsieur am Freitag Abend wichtigen Geschäftsbesuch mit nach Hause zu bringen vorhätte, für den die Schwäbin in mir nicht nur was Feines kochen, sondern natürlich auch ordentlich putzen möchte - vielleicht in einer Nachtschicht, denn wie ich sonst alles auf die Reihe bringen soll, ist im Moment noch unklar. Eines steht fest - ich hab viel zu viel zu tun, um jetzt noch weiter zu bloggen!
Lilli legt los - 26. Aug, 08:45