Freitag, 5. Dezember 2008

Ein Engel!

Der kleine Strolch lernt gerade am eigenen Körper, was für ein knallhartes Geschäft der Einzelhandel doch ist: vor ein paar Wochen fing er an, einen „Laden“ in seinem Zimmer einzurichten, in dem er – schön auf einem IKEA-Tisch ausgebreitet – selbstgemalte Logos von Eishockey- und Footballmannschaften verkauft. Da liegen also die „Sharks“ von San José (seine Lieblingsmannschaft) und die „Vikings“ von Minnesota neben dem etwas langweiligen „CH“ von Montréal, und zur Abwechslung hat er auch ein paar Logos von Skateboard- und Schlittschuhfirmen eingestreut. Alles schön mit Preisen ausgezeichnet, die von 5 Cents bis 81 Cents reichen, weiß der Himmel nach welchem Prinzip. Zuerst haben Lilli und Monsieur auch brav bei ihm eingekauft, dann aber ließ vor allem Lillis Nachfrage nach Sportthemen nach.

1. Aktion des Strolches darauf: Preisnachlass. Brachte leider keine neuen Kunden ein.
2. Aktion: Psychologischer Druck. Er stellte ein Schild auf seinen Ladentisch, das mit der baldigen Schließung drohte, da niemand etwas kaufte. Brachte leider auch keine neuen Kunden ein.
3. Aktion: Werbung! Er verteilte Pfeile auf dem Boden, die vom Hauseingang bis hoch in sein Zimmer führten. Auf der Zimmertür ein Schild: Kommt und kauft etwas in meinem Laden!
4. Aktion: Diversifizierung des Angebots. Als Lilli ihn (angelockt durch die Pfeile) fragte, ob er denn gar keine anderen Motive anzubieten hätte, zeigte er sich plötzlich bereit, auch auf Bestellung malen – und zwar alle beliebigen Motive, you name it, Lady.

So hat Lilli gestern notgedrungen einen Weihnachtsmann und einen Engel für insgesamt 83 Cents bestellt und 20 Minuten später auch erhalten. Kleine Notiz am Rande: während der Weihnachtsmann vorschriftsmässig mit roter Bommelmütze, Rauschebart und schwarzen Stiefeln daherkommt, hat der Engel zwei Tätowierungen auf den Flügeln vorzuweisen und hält einen Pfeil und Bogen schussbereit. Der muss wohl noch vom Valentinstag übrig sein, vielleicht war er deshalb so billig…

Lillis verlässliche Geschenkidee Nr. 5

Wenn wir schon mal in der Küche sind – ein Set Edelstahl-Steakmesser macht sich in jedem Haushalt gut, auch wenn wir alle darum bemüht sind, weniger rotes Fleisch zu essen. Hier sind diese scharfen Messer mit langer, nach oben leicht gebogener Klinge gemeint, die besonders fest verankert ist oder ganz bis nach unten in den Griff geht (oh ja, Lilli hat ein Ding mit Messern, das weiß sie selber). Auch hier gibt es nach oben keine Grenzen, schon klar. Und wer Angst hat, dass Messerschenken Unglück bringt, schenkt einfach ein glückbringendes Bambuspflänzchen mit, als Ausgleich.

Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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Zuletzt aktualisiert: 23. Mai, 03:27

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