Verzwickt
„Wenn er doch wenigstens jammern würde, dann wüssten wir immerhin, wo es ihm wehtut. Dann könnten wir ihm sogar helfen! Er könnte doch sagen, ich hab Kopfweh, ich krieg kaum Luft, irgendwie bin ich so schlapp! Aber nein, er schweigt nur und guckt vorwurfsvoll, dass wir nicht von allein draufkommen!“, macht Lilli sich Monsieur gegenüber Luft. Denn wenn es dem großen Strolch nicht so besonders gut geht, wird er still und stiller, sackt in sich zusammen, als ob nur noch die Hälfte von ihm da wäre. Lilli, die manchmal einen Löffel Ungeduld zu viel gefrühstückt hat, verwechselt dieses Schweigen, dieses Nicht-Mitmachen, dieses betont-die-Beine-Nachziehen dann gerne mit Aufmüpfigkeit und reagiert gereizt. Worauf der große Strolch sich noch weiter in sein Schneckenhaus zurückzieht und jegliche Kommunikation mit der Aussenwelt auf einen seitlich weggedrehten Blick beschränkt. Bravo, Lilli, genau so geht es, wenn Du Deinen Sohn auf immer vergraulen möchtest – und er ist noch nicht mal so richtig in der Teenager-Rebellionsphase angekommen. Und welchen konstruktiven Kommentar steuert Monsieur dazu bei? „Ja, komisch, dass er das nicht kann. Jammern, mein ich. Dabei hat er so ein schönes Vorbild“, und klappert unschuldig mit den Augen. Frechheit.
Lilli legt los - 26. Mär, 10:30