Donnerstag, 7. Mai 2009

Muttertagsgedanken (IV)

Der große Strolch kommt weinerlich aus der Schule und gesteht sofort: er hat einen Verweis bekommen. „Was!“, entfährt es Lilli erschrocken, denn der große Strolch ist eigentlich nicht so ein Kind, das andere schlägt, zu Erwachsenen anmaßend ist oder Sachen absichtlich kaputtmacht. „Ich habe Ball gespielt, während ich schon in der Reihe stand, um nach der Pause reinzugehen“, murmelt der große Strolch verzweifelt, schluchzt und drückt sich Lilli an den Bauch. Lilli atmet tief durch. Diese Schule. Vielleicht müssen die Regeln der Schule ja so streng sein, damit die wirklich schlimmen Kinder einander nicht zu Apfelmus hauen. Lilli aber kann hier den Puderzucker-Part spielen und den ganzen Schmerz mit einem „Na, jetzt weißt du, dass du das nicht darfst. Und jetzt sei nicht weiter traurig – ich unterschreib dir deinen Wisch und dann trinken wir Kaffee“ wegwischen. Der große Strolch hebt sein nasses Gesicht zu ihr hoch und riskiert ein dankbares Lächeln. Schon ist man keine Mutter mehr, sondern die gute Fee. Mit Zauberstab und Flügeln.

Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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Zuletzt aktualisiert: 23. Mai, 03:27

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