Panik, die alte Weggefährtin
Letzten Montag schlotterte Lilli vor Angst, weil am Dienstag der erste Arbeitstag beim neuen 2-Tage-Job anstand. Dabei wusste sie noch gar nicht, wovor sie eigentlich Angst haben sollte – es war eher so die Angst vor dem Ungewissen und dem eventuell bevorstehenden Scheitern, das schließlich nie auszuschließen ist. Womit sie sich im Handumdrehen als Minderwertigkeitskomplexträgerin zu erkennen gibt. Diese Angst kennt Lilli, die hatte sie früher schon, wenn sie in Vorarlberg in den Skikurs oder aber allein mit dem Zug an den Bodensee fahren sollte. Am Dienstag Abend hatte sich diese Angst vor dem Ungewissen in die Angst der Mogelpackung verwandelt – diese Leute scheinen von Lilli Wunder zu erwarten, denen Lilli sich absolut nicht gewachsen fühlt und die schon gar nicht in zwei mickrigen Tagen pro Woche erbracht werden können. Denkt Lilli zumindest jetzt. Dabei weiß sie ganz genau, dass nach den ersten Tagen alles erst mal schlimmer aussieht, als es ist, und man noch kein Urteil fällen kann. Sie weiß es und wimmert trotzdem innerlich, schläft schlecht und rechnet schon mal, wann sie wohl wieder kündigen kann, ohne dass es überstürzt aussieht. Und weiß, dass sie übertrieben reagiert…
Manchmal kennt Lilli sich so gut, dass sie sich direkt zum Hals raushängt.
Manchmal kennt Lilli sich so gut, dass sie sich direkt zum Hals raushängt.
Lilli legt los - 14. Sep, 10:26