Welcome to the club
Der kleine Strolch hat nicht begriffen, dass sich sein Leben ändert, nur weil Lilli zwei Tage pro Woche arbeitet. Er begreift auch nicht, dass ein Tag nur eine begrenzte Anzahl an Stunden hat. So verbringt er nun dienstags und freitags zwei Stunden nach Schulschluss in der Schülerbetreuung, die mit Spielen im Freien, in der Turnhalle oder einem extra eingerichteten Spielzimmer eigentlich kein ganz so schlechter Ort ist. Als Lilli ihn dann um halb sechs abholt, will er – so wie an den anderen Tagen der Woche – zuhause erst mal Kaffee trinken, dann spielen… und ist fürchterlich enttäuscht, als Lilli ihm erklärt, dass es bald schon Zeit zum Abendessen sein wird und er zu keinen anderen Aktivitäten außer Händewaschen und Tischdecken mehr kommen wird. Zuhause wirft er sich aufs Sofa und schlägt demonstrativ sein Buch auf (es fehlte nur das Schild „Bitte nicht stören“ um seinen Hals). Als Lilli ihn dann tatsächlich bald zum Tischdecken ruft, mault er theatralisch, dass es in diesem Hause nicht gemütlich sei. Lilli, die sich bei ihrer neuen Stelle fühlt wie ein Eichhörnchen im Aquarium, will zu einer weiteren gütigen Erklärung über das Vergehen der Zeit ansetzen, kommt aber nicht weit. Ein dicker Kloß setzt sich in ihrem Hals fest und verflüssigt sich fast augenblicklich in Tränen. Dumme, dumme Lilli. Vor den Kindern weinen, wie falsch. Ganz falsch.
Lilli legt los - 16. Sep, 10:15