Dienstag, 18. Oktober 2011

Keine Lust auf Halloween

Halloween, das wissen alle Leser von John Irving, ist grauslich. Mehrere Jahre lang konnte Lilli die Strolche davor abschirmen, da der Stichtag doch wiederholt auf einen Tag fiel, an dem sie nicht im Kindergarten waren. Dann aber kamen sie in die Schule und entdeckten, dass am 31. Oktober abends der Bär los ist, dass man da an fremden Türen klingeln darf und allerlei geschenkt bekommt. Seither machen sie bei Halloween mit und bringen grosse Taschen voller Süssigkeiten nach Hause. Im Zuge ihres ausgeprägten Pflichtgefühls kauft Lilli deshalb Berge von kleinst abgepackten Süssigkeiten, die sie selbst an der Tür ausgibt, sobald die Horden klingeln. Klar, wenn ihre Kinder irgendwo was kriegen, dann gehört es sich, dass sie sich in die Gruppe der Gebenden einreiht, damit sich das wieder ausgleicht und das System überhaupt funktionieren kann. Wenn es nur solche gibt, die klingeln, und keiner, der gibt, ist Halloween futsch und wenn Halloween futsch ist, sind die Strolche traurig, und das will ja wohl keiner.

Nun ist das aber, nüchtern betrachtet, ein eher mühsames Unterfangen: Lilli kauft und gibt an der Tür aus, während die Strolche die Strasse hoch und runterlaufen und von Tür zu Tür etwa so viel einsammeln, wie Lilli ausgibt. Fast hat Lilli Lust, ein Diagramm zu malen, wie es der Titelheld in Reif Larsens Buch macht, um zu zeigen, wie es einfacher ginge: Lilli kauft Süssigkeiten und... gibt sie den Strolchen, noch dazu mit der Garantie, auch nur das zu kaufen, was die Strolche auch tatsächlich mögen! Sonst kommen sie nur wieder mit Unmengen von Coffee Crisps und Karamellbonbons nach Hause, die keiner isst und im Kommunionsunterricht für Lesotho gespendet werden...

Aber nein, der Weg ist das Ziel, das weiss auch Lilli. Vielleicht stellt sie dieses Jahr einfach die Schachtel mit den Süssigkeiten vor die Tür und lädt die Monster zur Selbstbedienung ein.

Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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Zuletzt aktualisiert: 23. Mai, 03:27

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