Donnerstag, 22. November 2012

Mit 13

Der grosse Strolch erzählt Lilli, dass ihm ein Mädel in seiner Klasse anvertraut hat, dass der Klassenkamerad X homosexuell ist. Ohne über ihn lachen oder ihm schaden zu wollen, einfach als Tatsache. Lilli denkt daran, wie sie damals mit 22 zum ersten Mal mit der Homosexualität eines Freundes konfrontiert wurde und ist froh, nicht in der Haut des grossen Strolches zu stecken.

Lilli und die Auserwählten

Jetzt ist es so, dass der grosse Strolch Lilli Bücher empfiehlt, jahrelang war es eher umgekehrt. Lilli liest also, etwas widersträubend zwar, aber doch in den Bann des Jugendthrillers gezogen, The Maze Runner von James Dashner. Die künstlich auf jugendlich machende Sprache stösst Lilli zwar ab, und auch von der Vorhersehbarkeit mancher Geschehnisse ist Lilli peinlich berührt, aus den Händen legen kann sie es trotzdem nicht. Inzwischen hat sie den Strolch aufgeholt, und morgens und abends tauschen sie sich Band 3 aus, den ihnen eine Klassenkameradin namens Wang ausgeliehen hat. Ah, die Freuden des Abtauchens in ein packendes Buch...

Keep it light and white

Weil auch Träumen zum Menschsein dazugehört, hat Lilli die Sondernummer von dwell Bath & Spa erstanden und blättert nun andächtig Seite um Seite um. Zwar will sie keine horizontale Dusche einbauen lassen und auch keine Badewanne für 16000 $ erstehen, aber vielleicht kann sie sich von den Designern und ihren Ratschlägen inspirieren lassen. Es geht auch gleich richtig handfest los: "Wenn Sie an einem nicht sparen sollten, ist es ein guter Duschkopf. Ein guter Duschkopf kann ihre Beziehung zum Badezimmererlebnis total verändern." Lilli fragt sich, was für ein Badezimmererlebnis sie eigentlich gerne hätte: abenteuerlich, entspannend oder doch lieber zartherb? Dann liest sie weiter: "Geben Sie richtig viel Geld aus für Dinge, die Sie anfassen - Wasserhähne, Griffe, Badvorleger." Dies scheint keiner weiteren Erklärung zu bedürfen. "Wählen Sie Waschbecken, Badewannen und Duschen, die Sie glücklich machen. Denn das werden sie." Hm. Zu einer Fotostrecke über ein Bad in Italien heisst es: "Dieses Bad und die Platzierung seiner Strukturelemente sind aus dem Zusammenhang heraus entstanden, in diesem Fall aus der herrlichen Natur, die das Haus umgibt." Auch Lillis neues Bad wird aus dem Zusammenhang heraus entstehen, nämlich demjenigen, der sich aus dem Verhältnis ihres Geldbeutels zur Grösse ihrer Wände ergibt. Ob das allein genügt, ihr Badezimmererlebnis zu optimieren? Einen Blick auf herrliche Natur wird Lilli nicht haben, aber immerhin hat sie ein Fenster im Bad, was nicht alle Leute von sich behaupten können. Zum Glück liest sie noch den nächsten Ratschlag: "Halten Sie es einfach und weiss - Sie können Farbe leicht durch Handtücher und Flaschen einbringen, die sich leicht auswechseln lassen. Und sorgen Sie für genügend Stauraum, denn die meisten Pflegeprodukte sind hässlich und sollten unter Verschluss bleiben." Also weiss und Stauraum - dafür haben sich die 10 $ der Zeitschrift jetzt aber richtig gelohnt.

Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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Zuletzt aktualisiert: 23. Mai, 03:27

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