So heisst das neue Gesetz, das die Provinz Québec gestern mit 94 gegen 22 Stimmen verabschiedet hat. Wer unheilbar krank ist und an Schmerzen leidet, die nicht gelindert werden können, kann, wenn er geistig voll zurechnungsfähig ist, von einem Arzt verlangen, dass dieser seinem Leben ein Ende setzt. Manche haben aus Glaubensgründen dagegen gestimmt, manche genau deshalb ("aus Nächstenliebe, die mir mein Glaube gebietet") dafür. Lilli jedenfalls findet es beruhigend, dass sie, sollte es einmal soweit kommen, die Wahl hat. Ein grosser Schritt für die Menschheit.
Lilli legt los - 6. Jun, 11:41
Lilli kommt heim und keiner antwortet ihrem Hallo. Der kleine Strolch sitzt auf dem Bett und macht Hausaufgaben. Sein Zimmer sieht ungewöhnlich gross aus. Nach ein paar Sekunden kapiert Lilli den Grund dafür: er hat aufgeräumt. Nächstes Zimmer: grosser Strolch. Auch er hat aufgeräumt und macht Hausaufgaben. Sein geknickter Rücken spricht Bände: hier gab es ein Donnerwetter. Lilli legt einen Arm um ihn und fragt, was los ist. "Papa hat uns gesagt, wir sollen aufräumen", bringt er heraus, den Tränen nahe. Lilli geht weiter bis zum Büro von Monsieur. Der erklärt lediglich, dass er die Strolche zu mehr Mitmachen aufgefordert hat, weil ihm die Unordnung (zu der er selbst auch seinen Teil beiträgt) zum Hals raushängt. Als Lilli mehr über die Umstände, den Grund der Auseinandersetzung und den Ton erfahren will, ahnt sie in seinen kurz angebundenen Antworten die Gewalt, mit der das Donnerwetter auf die Strolche eingebrochen sein muss. Wenn sie weiter darin rumstochert, geht das Ganze wieder von vorne los, da heisst es lieber vorsichtig sein und die Dinge abkühlen lassen. Lange war Monsieur eher ausgeglichen gewesen, jetzt scheint er sich wieder in Richtung Abgrund zu bewegen. Was für ein mieses Nachhausekommen in ein aufgeräumtes Haus.
Lilli legt los - 5. Jun, 18:47