Kinder an die Macht
Monsieur's Freund S. ist am Montag im Alter von 46 Jahren zum ersten Mal Vater geworden. Als er Lilli am Freitag anruft, um die frohe Botschaft mitzuteilen, schwingt Panik in seiner Stimme mit. Mutter und Tochter sind wohlauf, es geht nur mit dem Stillen nicht so recht, und da das Kind ziemlich abgenommen hat, muss es nun alle drei Stunden an die Brust. Die Wohnung wurde zwar in den letzten Monaten renoviert, aber jetzt stellen sie fest, dass vieles einfach nicht am richtigen Platz ist - die Wickelkommode zum Beispiel, und dann sind da die Treppen, die Katzentröge usw. "Gebt uns ein paar Wochen, um die Lage hier zu stabilisieren, dann könnt ihr uns besuchen kommen", meint Freund S. Lilli lacht ihn fast aus am Telefon - "Lage stabilisieren", haha. Irgendjemand sollte S. mal erklären, dass von nun an nichts mehr "stabil" sein wird. Dass ein Kind die schönste aller Unordnungen mit sich bringt und Tagesabläufe nun nicht mehr im Voraus geplant, sondern alle fünf Minuten neu koordiniert werden, weil das Kind plötzlich zu spucken anfängt oder aber einschläft, wenn man es gerade ins Auto packen wollte.
Aber nein, sie wird es ihm nicht erklären. Er wird es von ganz allein herausfinden wie alle anderen Milliarden Eltern der Erde auch, dafür wird das kleine Mädchen schon sorgen.
Aber nein, sie wird es ihm nicht erklären. Er wird es von ganz allein herausfinden wie alle anderen Milliarden Eltern der Erde auch, dafür wird das kleine Mädchen schon sorgen.
Lilli legt los - 22. Sep, 10:16
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