Pröbchen gefällig?
Gestern war Lilli mal wieder in einem dieser Läden, die von außen so aussehen möchten, als wären sie eine Apotheke, innen aber alles, also wirklich alles, was es auf der Welt für Geld zu kaufen gibt, anbieten. Sucht man nach Kosmetika, sind diese Läden weniger einschüchternd als die großen Kaufhäuser der Innenstadt, in denen Wesen von einem anderen Stern so tun, als seien sie menschliche Kosmetikberaterinnen. Hier sind die Beraterinnen zwar auch weiß bekittelt, ansonsten aber ganz zugänglich. Wie das folgende Beispiel beweist:
Lilli: „Ich suche eine Feuchtigkeitscreme, die einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 hat und dabei nicht glänzt, als hätte man sich das Gesicht gerade in einen Margarinebecher getaucht.“
Frau im weißen Kittel sucht erst fahrig eine Weile, dann kommt ihre die Regale entlangwedelnde Hand vor einem Produkt zum Stehen: „Hier haben wir was von XY, Lichtschutzfaktor 20.“
Lilli, erfreut, reibt sich einen Tropfen davon auf die Hand.
Frau im weißen Kittel, die inzwischen weitergesucht hat: „Und hier haben wir noch eine in der gleichen Preisklasse, die ist etwas matter und hat Lichtschutzfaktor 30.“
Lilli, noch erfreuter, reibt sich einen Tropfen davon auf die andere Hand.
Frau im weißen Kittel: „Möchten Sie davon vielleicht ein Pröbchen haben, zum Mitnehmen?“
Lilli, hoch erfreut: „Ja, gern. Vielen Dank.“
Frau im weißen Kittel zieht eine gut gefüllte Schublade mit Probepackungen auf: „Soll ich Ihnen gleich zwei mitgeben?“
Lilli kann sich gerade noch zusammenreißen, um nicht extatisch loszubrüllen: „Ja, danke. Das ist aber nett.“
Lilli geht sprachlos nach Hause. So ein befriedigendes Konsumerlebnis hatte sie schon lange nicht mehr. Es muss wohl stimmen, dass Kanada dabei ist, in eine Rezession zu rutschen.
Lilli: „Ich suche eine Feuchtigkeitscreme, die einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 hat und dabei nicht glänzt, als hätte man sich das Gesicht gerade in einen Margarinebecher getaucht.“
Frau im weißen Kittel sucht erst fahrig eine Weile, dann kommt ihre die Regale entlangwedelnde Hand vor einem Produkt zum Stehen: „Hier haben wir was von XY, Lichtschutzfaktor 20.“
Lilli, erfreut, reibt sich einen Tropfen davon auf die Hand.
Frau im weißen Kittel, die inzwischen weitergesucht hat: „Und hier haben wir noch eine in der gleichen Preisklasse, die ist etwas matter und hat Lichtschutzfaktor 30.“
Lilli, noch erfreuter, reibt sich einen Tropfen davon auf die andere Hand.
Frau im weißen Kittel: „Möchten Sie davon vielleicht ein Pröbchen haben, zum Mitnehmen?“
Lilli, hoch erfreut: „Ja, gern. Vielen Dank.“
Frau im weißen Kittel zieht eine gut gefüllte Schublade mit Probepackungen auf: „Soll ich Ihnen gleich zwei mitgeben?“
Lilli kann sich gerade noch zusammenreißen, um nicht extatisch loszubrüllen: „Ja, danke. Das ist aber nett.“
Lilli geht sprachlos nach Hause. So ein befriedigendes Konsumerlebnis hatte sie schon lange nicht mehr. Es muss wohl stimmen, dass Kanada dabei ist, in eine Rezession zu rutschen.
Lilli legt los - 3. Jun, 09:19
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