Lilli neidisch? Nicht die Bohne!

Ich will mich nicht als neidischen Menschen bezeichnen. Ich bin froh über das, was ich habe, und kann mich für andere freuen. Aber nehmen wir nur mal F., die ein paar Häuser weiter wohnt. F. war früher mal Model, hat inzwischen drei Kinder bekommen und ist immer noch so schlank, dass sie in Hosen passt, die dem großen Strolch zu eng wären. Darauf bin ich nicht neidisch, ich finde mich auch schlank und esse einfach zu gern, um mich von Größe 38/40 auf 36 herunterzuhungern. Sie ist natürlich auch wahnsinnig hübsch, aber auch damit kann ich mich abfinden. Sie hat lange blonde Haare, aber meine sind inzwischen auch wieder schulterlang und außerdem lockig, wenn ihre Farbe allerdings (dieses typisch deutsche dunkelblond, das man genauso gut auch als mausgrau bezeichnen könnte) zu wünschen übrig lässt. Sie lächelt immer so viel und geht ausgesprochen liebevoll mit ihren Kindern um, aber auch darum beneide ich sie nicht, denn es kann keiner aus seiner Haut. Sie hat einen gutaussehenden und sehr höflichen Ehemann, aber meiner ist mir lieber. Das, worum ich sie wirklich beneide, ist… ja, wie soll ich es sagen… also ihre Gabe, stets und unabhängig davon, was sie nun anhat, einfach immer schick und cool und stilvoll auszusehen. Denn manchmal, also manchmal, da bemühe ich mich wirklich, meinen Soccer-Mum-Look abzulegen und mich ein bisschen hübsch zu machen. Und dann kommt F. in Turnschläppchen und T-Shirt daher und sieht zehnmal toller aus als alle anderen Menschen im Umkreis von 10 Kilometern. Manchmal ist sie richtig schick angezogen und einfach umwerfend, aber das macht mir weniger aus als diese subtile coole Ausstrahlung, die sie auch in ganz alltäglichen Sachen hat. Es ist einfach so: F. sieht selbst beim Joggen nach Großstadt aus, und könnte man sie essen, wäre sie ein teures Pastagericht mit echtem Parmesan. Ich sehe nach Provinz aus und schmecke eher wie Gulasch mit Spätzle. Es muss wohl doch an den vielen Brezeln liegen, mit denen man mich großgezogen hat…

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Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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Zuletzt aktualisiert: 23. Mai, 03:27

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