Schubladendenken

Letzte Nacht träumte ich, ich sei wieder in Manderley – nein, aber ein Alptraum der schlimmsten Sorte war es trotzdem. Ich kann mir schon ungefähr denken, was es bedeutet, wenn man von zerstörten, ausgeräumten Wohnungen und darin herumkriechenden ekligen Schalentieren träumt, die man nicht kaputtkriegt, aber weiterhelfen tut es nicht. Zum Glück gelingt es mir immer wieder beim Laufen, alle Schubladen meines Hirns für eine Weile zuzuschieben, auch wenn manche davon so voll sind, dass sie (nachts dann eben) überquellen. Eine Weile soll Ruhe da oben sein, verstanden?

Der bevorstehende Herbst verspricht, unbequem zu werden. Und dabei hatten wir noch nicht mal einen richtigen Sommer...
yonosequepasara - 22. Aug, 07:47

Solche Einträge verführen mich noch zu Literatur...
Stand beim Gedanken an den Traum das Buch oder der Film Pate?
Und bringt es das auf die Dauer, die Schubladen zuzudrücken? Nicht, dass ich keine Meister der Verdrängung wäre...
Aber manchmal were so ein "Kammerjäger" schon sehr praktisch...
Schönes Laufen!

Lilli legt los - 22. Aug, 08:33

Buch natürlich,

denn Filme hinterlassen bei mir nicht so nachhaltige Eindrücke wie das Kino, das man sich selber macht. Meine Schwester hat damals behauptet, dass man im ganzen Buch nicht erfährt, wie die weibliche Hauptperson heisst (nicht Rebecca natürlich), worauf ich es gleich noch einmal lesen musste. Sie hatte natürlich, wie grosse Schwestern immer, Recht.

Was die Schubladen angeht - ich will ja nur wenigstens beim Laufen die Unordnung nicht sehen, die darin herrscht, und all das Schalengetier, das seine Antennen und Zangen nach mir ausstreckt...
Walker (Gast) - 23. Aug, 02:15

Darum sind Schubladen doch so praktisch. Kann man doch ungeliebtes oder ungebrauchtes praktisch verschieben und Notfalls verschliessen und Schlüssel wegwerfen. Doch das Gewicht bleibt.

Beim Laufen lasse ich manchmal etwas Inhalt am Wegesrand liegen. ;-)

Lilli legt los - 25. Aug, 08:21

Schön formuliert,

und es stimmt, das Gewicht bleibt, bis man die verdammte Schublade wieder aufzieht und darin aufzuräumen beschliesst. Beim nächsten Laufen werd' ich versuchen, ein paar Häufchen fallenzulassen!

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Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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