Das Gute am im Ausland leben

Das Gute am im Ausland leben (dieses „am im“ ist schon faszinierend, oder?) ist, dass man sich eine neue Familie zusammenstellen muss, deren Mitglieder man nach Geschmack und Gefallen aussucht, anstatt sie durch Geburt aufs Auge gedrückt zu bekommen. So findet man, wenn man Glück hat, im Lauf der Zeit (keiner hat gesagt, dass es einfach wäre)

- Leute, mit denen man einfach gern zusammen ist (als Ersatz für die coole Tante);
- Leute, die wir uns als Vorbild nehmen können (als Ersatz für den großen Bruder);
- Leute, die uns anfeuern und an uns glauben (als Ersatz für die Eltern); und
- Leute, die uns um Rat fragen (als Ersatz für die kleine Schwester)

und geht ein Stückel miteinander. Manche sieht man oft, manche nur zweimal im Jahr, und die Unverbindlichkeit der Freundschaft sorgt dafür, dass das Band, das uns zusammenhält, aus Aufrichtigkeit geknüpft ist. Damit meine ich nicht, dass man einen Freund fallen lassen kann, sobald er uns nicht mehr passt. Sondern die Tatsache, dass uns keiner zwingt, jemandem zum Freund zu wählen. Tun wir es, dann aus freien Stücken, weil man die betreffende Person wirklich mag, und nicht, weil wir mit ihr verwandt sind. Wenn man sich trifft, dann deshalb, weil beide Parteien es wirklich wollen, und nicht, weil Tante Mathilde Geburtstag hat. Schön. Wunderbar.

Komischerweise findet man aber keinen Ersatz für die Oma.
yonosequepasara - 2. Sep, 10:47

Was ist an Oma so besonders, wenn ich fragen darf?
lG Yono

Lilli legt los - 3. Sep, 09:45

Im Idealfall alles!

Im Idealfall ist die Oma die Über-Mutter, die Zeit, Geduld und Schokolade hat, ausgeschlafen ist und soviel Lebenserfahrung mit sich bringt, dass sie für alle Situationen gute Ratschläge geben könnte, die sie sich aber (weil sie dazu noch weise ist) verkneift. Hatte ich so eine Oma? Nein, aber so stelle ich es mir vor...
yonosequepasara - 3. Sep, 10:04

Ok. Ich dachte die Ansprüche an einen potentiellen Partner wären schon hoch...
:-)
Aber du schreibst ja selbst: Im Idealfall...
Leider merke ich nur, das rund um mich herum die Leute im Alter immer seltsamer werden anstatt weise. Und man ihnen zur Hand gehen muss, nicht umgekehrt... (und ich meine jetzt nur <70....)
diekolumnistin - 3. Sep, 01:54

Kleine Lektorinnen-Anmerkung zum "am im Ausland leben". Eigentlich müsste es heißen: am Im-Ausland-Leben, weil's ja substantiviert ist. Sieht dann aber nicht mehr so schön aus. ;-)

Lilli legt los - 3. Sep, 09:38

Da hast Du zweimal Recht,

liebe Kolumnistin! Ausserdem heisst es "jemanden (mit n) zum Freund zu wählen", das ist mir erst jetzt aufgefallen. Das ist ja direkt zum Sich-in-den-Sand-Vergraben...

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Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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