Alles nur Verschwendung
Lilli ist zum Mittagessen mit drei früheren Kolleginnen verabredet – oh ja, das gehört dazu als Freelancer, dass man sein Kontaktnetz pflegt, außerdem sind zwei davon wirklich nett. Genau diese zwei aber tauchen nicht auf, sodass Lilli eineinhalb Stunden mit einer Frau verbringt, deren Wellenlänge von Lillis eigener Wellenlänge so weit entfernt ist wie New York von Montréal (etwa 6 ½ Autostunden).
Trotzdem sprühe ich geradezu vor guter Laune, habe ich doch kurz zuvor im Schaufenster von Roots eine Handtasche entdeckt, eine rote mit langem breitem Band und witzigem Verschluss, die mich sofort anbettelte, sie zu adoptieren, und daraufhin beschlossen, diesem Gesuch gleich nach dem Mittagessen nachzukommen. Denn es ist ja nicht so, dass man etwa selbst aus freien Stücken entscheidet, eine Handtasche zu kaufen – die Handtasche bestimmt vielmehr, wer sie in Zukunft durch die Welt tragen darf, und tut ihre Wahl stumm und doch für die Auserwählte deutlich hörbar kund. Während ich also mit der Ex-Kollegin in einem Pub sitze und fettiges Fish&Chips esse, freue ich mich schon darauf, die Handtasche auf dem Nachhauseweg vom Fleck weg zuheiraten kaufen, und erzähle deshalb großzügig von meinem neuesten Hobby, dem Bloggen. „Und wie viel Zeit verschwendest du damit?“, fragt die Ex-Kollegin höflich-interessiert. Immer noch gut gelaunt erkläre ich ihr daraufhin, dass ich das Schreiben an sich und das Bloggen im Besonderen nicht als Zeitverschwendung ansehe und überhaupt: dass noch nie in der Geschichte der Welt so viele Leute an der Erstellung einer umfassenden Chronik des kleinen Mannes beteiligt waren, dass das ein Abenteuer ist und womöglich ein unschätzbarer Nachlass für kommende Generationen…. „Aber die Leute, die das während ihrer Arbeitszeit lesen, bestehlen doch ihren Arbeitgeber damit“, hakt die Ex-Kollegin störrisch nach. In mir keimt der Verdacht auf, dass sie schon lange keine neue Handtasche mehr gekauft hat, die Arme.
Ja, ja, liebe Leser, jetzt wisst Ihr’s: habt Ihr diesen Eintrag gerade während Eurer Arbeitszeit gelesen, dann seid Ihr nichts anderes als Diebsgesindel, Räuber, Banditen. Ich schäme mich für Euch!
Nachtrag von Monsieur: "Das mit den Handtaschen weiss doch jeder! So habe ich dich damals in London doch angelockt - einfach den Schrei einer Handtasche imitiert..."
Trotzdem sprühe ich geradezu vor guter Laune, habe ich doch kurz zuvor im Schaufenster von Roots eine Handtasche entdeckt, eine rote mit langem breitem Band und witzigem Verschluss, die mich sofort anbettelte, sie zu adoptieren, und daraufhin beschlossen, diesem Gesuch gleich nach dem Mittagessen nachzukommen. Denn es ist ja nicht so, dass man etwa selbst aus freien Stücken entscheidet, eine Handtasche zu kaufen – die Handtasche bestimmt vielmehr, wer sie in Zukunft durch die Welt tragen darf, und tut ihre Wahl stumm und doch für die Auserwählte deutlich hörbar kund. Während ich also mit der Ex-Kollegin in einem Pub sitze und fettiges Fish&Chips esse, freue ich mich schon darauf, die Handtasche auf dem Nachhauseweg vom Fleck weg zu
Ja, ja, liebe Leser, jetzt wisst Ihr’s: habt Ihr diesen Eintrag gerade während Eurer Arbeitszeit gelesen, dann seid Ihr nichts anderes als Diebsgesindel, Räuber, Banditen. Ich schäme mich für Euch!
Nachtrag von Monsieur: "Das mit den Handtaschen weiss doch jeder! So habe ich dich damals in London doch angelockt - einfach den Schrei einer Handtasche imitiert..."
Lilli legt los - 8. Sep, 10:11
Vor allem bin ich ja Doppelsünderin: Ich blogge während der Arbeitszeit ....
Aber nicht doch!
Ich weiß - "i-Tüpfel-Reiter"....
PS: Ich bin zur Zeit ganz besonders böse, böse, böse...