Erzählen Sie mir nichts! Soeben hat sich der Liebste - von mir zum Karottenraffeln verknurrt - gleich zweimal in den Finger geraffelt. Er liegt jetzt, geschwächt vom Blutverlust und vom Schock - darnieder, bleich und verhärmt. Und haucht nur noch leise vor sich hin, um Wolf und Bär in blutigen Details vor den grässlichen Gefahren der Hausarbeit zu warnen.
Man muss dazu anmerken, dass er sonst handwerklich ausserordentlich geschickt ist.
Ich weiss nicht, warum mir dazu einfällt, dass ich vor kurzem über einen Künstler gelesen habe, der nur mit Ketchup arbeitet. Jetzt hat er eine ganze Wohnung (Bett, Sessel, Hausschuhe und alles) mit mehreren hundert Litern Heinz vollgesprüht...
Über Lilli
Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.
Man muss dazu anmerken, dass er sonst handwerklich ausserordentlich geschickt ist.