"Ich will einen Puff"

sagte der kleine Strolch, als er dabei war, sein Zimmer auf- und komplett umzuräumen. Nachdem geklärt war, was er eigentlich damit meint - nämlich so einen mit kleinen Kügelchen gefüllten Sitzsack - musste erst einmal erforscht werden, wie so was wohl in der Landessprache heisst. "Beanbag" war Lilli schon klar, aber damit würde sie in den Montrealer Wohnwelten nicht weit kommen. Nach einer halben Stunde bei Google war Lilli gerüstet: "Fauteuil poire", "fauteuil pouf", "pouf poire", "fauteuil à billes" - Namen gab es genug, den eigentlichen Artikel aber nirgends. Höchstens die lila Kunstlederausführung oder aber den Fatboy für über 300 Dollar.

Nach zwei Tagen Powershopping kamen Lilli und der kleine Stroch ohne Sitzsack, dafür aber mit zwei "Moonchairs" wieder nach Hause - ein anderer Designklassiker. Der Strolch lümmelte sich hinein und knipste seine neue Lavalampe an, die kurz darauf auch brav orangene und lila Blubberblasen aufsteigen liess. Jetzt fragt sich Lilli, ob sie beim letzten Brotbacken nicht aus Versehen irgendwelche psychedelischen Körner erwischt hat...
Nachtgezwitscher - 27. Aug, 18:45

herrlich! "fauteuil pouf" ist ja nicht Fleisch nicht fisch. "Pouf poire" eine superlustige Alliteration :-) Bei meinen Elterns gab es sie auch immer, die Poufs. Die waren aus Marokko.

Lilli legt los - 28. Aug, 11:13

Ein Mitbringsel aus dem Urlaub? Als Handgepäck ja etwas unhandlich...
Nachtgezwitscher - 28. Aug, 17:58

Ja, die waren mit einem kleinen Auto unterwegs
T.M. (Gast) - 9. Sep, 09:45

Ein Puff ist übrigens in CH ein ganz alltäglicher Ausdruck für eine allgemeine Unordnung. "I ha äs Puff uffm Schriibtisch.", insbesondere noch in der Steigerung "äs huere Puff". Vorsicht also vor allzu schneller Genehmigung eines Puffs im Kinderzimmer.

Lilli legt los - 9. Sep, 18:02

Da, wo ich aufgewachsen bin, ist ein Puff was ganz anderes.
T.M. (Gast) - 10. Sep, 03:38

Drum eröffnet mein Kollege auch das Gespräch beim Betreten eines sehr unordentlichen Büros mit den Worten "Quelle un bordel!"
Lilli legt los - 13. Sep, 20:01

Was man durchaus beim Betreten des Kinderzimmers auch sagen kann.

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Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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