Das Laufparadox

Das morgendliche Laufen ist zur Droge geworden, zum Stoff, den man braucht, um den Tag in Angriff nehmen zu können, um sich gesund zu fühlen und um eins zu sein mit sich und der Welt. In einer Zeit, in der die Transportmittel immer schneller und verfügbarer werden, in der Dokumente in Sekundenschnelle übermittelt werden und Warten bzw. Stillstand als Qual empfunden wird, scheint Laufen und das damit verbundene langsame Vorübergleiten der Umgebung meine Seele in ihren Idealzustand zu versetzen. Der Haken ist nur der: je mehr ich laufen möchte, umso mehr Zeit muss dafür gefunden werden – was manchmal nur geht, wenn ich andere Aufgaben schneller schneller schneller erledige. Ich frage mich, ob das nun gesund ist oder aber genau das, was man in Junkiekreisen die Todesspirale nennt.
yonosequepasara - 13. Aug, 11:00

Ich habe die dadurch angestoßene "Straffung" des restlichen Tages bis dato eher als "effizienter" denn als "untergeordnet" empfunden. Es gibt einfach zuviele Minuten am Tag, die einfach vergehen...
Aber ich verstehe die Schwierigkeit zwischen Bedürfnis und Sucht zu unterscheiden nur zu gut.

Lilli legt los - 13. Aug, 18:38

Das ist dann der Idealfall,

wenn das Laufen (also wertvolle Zeit) dadurch möglich gemacht wird, dass unangenehme oder einfach nötige, aber un-schöne Dinge, in kürzerer Zeit erledigt werden! Erst, wenn nirgends mehr gestrafft werden kann, muss die grosse Schere genommen werden und schnipp...
yonosequepasara - 14. Aug, 04:30

Mir ist schon öfter aufgefallen, dass es gut ist, die eigenen Prioritäten von Zeit zu Zeit zu überdenken. Und sowas war bei mir immer ein guter Anlass. Wer tut so was schon ohne Not...
;-)
Walker (Gast) - 15. Aug, 06:24

Das ist absolut richtig. Die Not verhilft uns oft zu neuen, meist besseren Wegen. Das tägliche Zeitkorsett sollte öfters neu geschnürt werden.
Auch bei mir stellt sich die Frage wo denn noch Zeit eingespart werden kann um sehnlichere Dinge zu erleben.

Vielleicht früher ins Bett gehen und dafür auch früher aufstehen? Ein Weg den ich derzeit neu erfolgreich bestreite.
Lilli legt los - 15. Aug, 10:27

Morgenstund...

Ja, das frühere Aufstehen klappt auch für mich hervorragend - allerdings dachte ich am Anfang, dass ich das schaffe, ohne abends früher ins Bett zu müssen. Fehlanzeige! Die Nachrichten um 22 Uhr mussten durch die um 21 Uhr ersetzt werden, denn eine halbe Stunde später fallen mir die Augen zu! Das ist das Laufen aber allemal wert...

Walker (Gast) - 15. Aug, 15:38

Tatsächlich, Du gehst schon um 21:30 Uhr ins Bett? Das werde ich nicht schaffen. Aber bei einem 6h Schlaf genügt mir 23:00 Uhr um um 5:00 - 5:30 Uhr die Augen zu öffnen. Dann ist Zeit vorhanden. Nur auf die Dauer muß doch zwischendurch einmal länger geschlafen werden. Meist am Wochenende.
Lilli legt los - 18. Aug, 10:25

Mein Körper

militiert nun mal für 8 Stunden Schlaf, sonst macht ihm das alles auf die Dauer keinen Spass. Faultier, ich!

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Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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