Dienstag, 26. Januar 2016

Nicht schwindeln

"Warum bist Du schon hier?", fragt der kleine Strolch Lilli, als er aus der Schule kommt. "Mir war so schwindlig im Büro, da bin ich mit dem 12 Uhr 30-Zug nach Hause gefahren", sagt Lilli. "Oh, wie schön für Dich", sagt der kleine Strolch.

Nein, nicht schön. Seit November hat Lilli nun schon den vierten Schwindelanfall mit Hitzewallungen und Übelkeit. Entweder sind es die Ohren oder der Kreislauf, jedenfalls muss jetzt mal der Arzt gucken, warum Lilli sowas passiert.

Montag, 11. Januar 2016

No Pants Montreal

Gestern waren die Leute ohne Hosen in der Montréaler Metro unterwegs. Yep, die Hosen wurden ausgezogen (schliesslich ist es unter der Erde warm genug, wenn es drüber auch die Daunenjacke braucht). Wer ein paar Fotos sehen will, klickt hier. Nicht, dass Lilli das jetzt gnadenlos witzig findet. Aber manchmal muss man sich den Alltag ein wenig bunt anmalen, wenn er ansonsten eher farblos daherkommt.

Nach dem, was Lilli zur Zeit aus Köln und Hamburg hört, ist sie auch sehr froh, dass so eine Aktion ohne Übergriffe ausgehen kann.

Donnerstag, 7. Januar 2016

(Ein)geschenkt

Laut der Samstagsausgabe der Tageszeitung schmeckt Lillis Wein nach nassem Stein. "Ist das gut oder schlecht?", fragt Monsieur. Aber mit Lillis Schnupfen könnte der Wein auch nach nasser Windel schmecken, sie würde es nicht merken.

Dienstag, 5. Januar 2016

Weihnachten fand nicht wirklich statt dieses Jahr

Weihnachten? Weihnachten war dieses Mal ein Nicht-Event oder so eins, das wie ein nasser Knaller nur leicht röchelnd am Boden entlangzieht, ohne je so richtig abzuheben. Am 24. spürte Lilli abends im Hals so ein Kratzen, das sich prompt am nächsten Tag zu einem ausgewachsenen Schnupfen hochschaukelte. Schnupfen, Kopfweh und - wahrscheinlich durch die Schmerztabletten ausgelöst - Übelkeit, die genau bis zum 2. Januar anhielt. Demnach hat Lilli dieses Jahr nicht wirklich gefeiert, nicht wirklich getrunken, nicht geschlemmt, und beim Skifahren zwischen den Feiertagen war sie auch nicht richtig Skifahren.

Das neue Jahr kam trotzdem wirklich und heute sass Lilli schon wieder im Büro.

Sie fühlt sich wirklich hintergangen.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Warum der Einzelhandel stirbt (2)

Lilli braucht ein Hemd für den kleinen Strolch. Und weil der "auf den Rahmen einer Katze aufgezogen" ist, wie ein Kollege von Monsieur immer sagte, hätte sie gern eines von den eng geschnittenen, extra langen Modellen, wie es sie bei Herrenhemden ja gibt (ganz im Gegensatz zu Damenblusen, aber das ist eine andere Geschichte). Im Fachgeschäft türmen sich die Hemden, zusammengelegt und mit 47 Stecknadeln zusammengehalten, in Fächern, die vom Boden bis zur Decke reichen.

- Ach, Entschuldigung, ich suche ein Hemd, Kragenweite soundso, eng und lang geschnitten.
- Ja, haben wir. Da müssen Sie nach dem Etikett suchen, auf dem "eng" und "lang" steht.
- Und wo finde ich diese Modelle?
- Ja, wie gesagt, da müssen Sie nach dem Etikett suchen. Wir haben die Hemden hier nach Preisen sortiert, nicht nach Modellen.

Und damit wird Lilli allein gelassen, denn das Personal ist damit beschäftigt, die anprobierten Hemden wieder fein säuberlich zusammenzulegen und zuzustecken. Wenn sie nur die Leute besser beraten würden, würden die Kunden auch nicht so viele Hemden auf gut Gluck anprobieren, oder? Dann müssten die Verkäufer weniger Hemden wieder zusammenlegen und hätten mehr Zeit, die Leute besser zu beraten, usw.

Mit leeren Händen verlässt Lilli das Geschäft. Ob es wohl Hemden auch auf Amazon gibt?

Warum der Einzelhandel stirbt (1)

Der kleine Strolch will einen Boom. Einen Bluetooth-Lautsprecher, wie seine Freunde auch einen haben, aber möglichst in grün und die erste Generation, die billiger ist. Im Laden haben sie nur blaue und schwarze Boom 2. Der schwarze würde dem kleinen Strolch eventuell auch gefallen, aber Lilli und Monsieur wüssten schon gern, ob es sich lohnt, für die 2. Version 100$ mehr zu zahlen. Es ist drei Tage vor Weihnachten und das Personal - lauter junge Männer in blitzblauen Polohemden - werden von Kunden umlagert, als teilten sie Manna aus. Endlich gelingt es Monsieur, einen im Vorbeigehen anzusprechen.

- Entschuldigung, können Sie uns zu diesem Produkt Auskunft geben?
- Ähhhh... (kurzes Zögern von Seiten des Jünglings)... das ist ein Lautsprecher?
- Ja, aber können Sie uns sagen, worin der Unterschied zwischen Boom 1 und 2 besteht?
- (Sehr sicher) Boom 2 ist die zweite Generation.
- Ach. Und worin besteht der Unterschied?
- Da müsste ich erst mal im Internet schauen...

Weniger wird man bei Amazon auch nicht beraten. Und die haben wenigstens alle Modelle in allen Farben.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Luminotherapie

Wer gerne wippt, kommt jetzt in Montréal voll auf seine Kosten. Seit dem Wochenende stehen dort "an die Hundert" (meint Lilli), "vielleicht 50" (sagen die Strolche) leuchtende Wippen, die beim Auf-und-Absteigen auch noch Klänge von sich geben, und das zur purer Belustigung der Passanten. In Ermangelung von Schnee ist das das einzige Weiss, das es im Moment hier zu bestaunen gibt.

045comp

Fernsehen bildet doch

Am Wochenende hatte Lilli englischen Besuch. "I will bid you Farewell in the morning", sagt der kleine Strolch am letzten Abend zum Abschied. Lord Grantham von Downton Abbey hätte es nicht besser sagen können.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Kalt ist es

Dezember, grau und kalt. Ein 19jähriger Junge liegt im Koma, nachdem er Anfang Oktober von einem Hochhaus gesprungen ist, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Die Eltern lassen die Geräte, die ihn am Leben erhalten, Ende November abschalten. Danach müssen sie über eine Woche lang mit ihm warten, bis er stirbt. Der Vater veröffentlicht ein Video, in dem er an die Regierung appeliert, die es verbietet, dieses Leiden abzukürzen.

Die Strolche kommen nach Hause und erzählen, dass ein Junge aus der 9. Klasse - die Klassenstufe des kleinen Strolches - am Wochenende gestorben ist. Sie kannten ihn nicht, aber die Familie ist in Montréal in vielen Sphären bekannt. Ein "tragischer Tod", heisst es, "ein Unfall mit einem Jagdgewehr" gehen die Gerüchte, jeder denkt an Selbstmord.

Gott, was muss in diesen jungen Menschen vorgehen, damit sie keinen anderen Ausweg sehen als den Tod. Gott, was ist es kalt dieses Jahr im Dezember. Dabei liegen die Temperaturen weit über Null Grad.

Donnerstag, 26. November 2015

Alle Jahre wieder

Bei vielen Leuten hat sich schon Weihnachtsstimmung eingestellt, bei Lilli noch nicht. Das ist kein Wunder, schliesslich leidet sie schon seit Jahren an einer immerzu ansteigenden Weihnachtsallergie: die gekünstelte Fröhlichkeit, der Kaufzwang, der Schwenkzwang, die heile Familie, die dankbar leuchtenden Kinderaugen, der plötzliche (und nach Weihnachten wieder abschwellende) Drang zur Nächstenliebe, das hört sich alles falsch und verquer an in ihren Ohren. Diese Woche fielen ihr gleich zwei Werbeprospekte in die Hände, die den unsinnigen Weihnachtskonsum besonders gut ausleuchten. Der erste pries Sachen an mit dem Slogan "Ihre Nachbarn werden beeindruckt sein", der zweite hielt Waren feil "für diejenigen, die schon alles haben".

Wo gibt's einen "Weihnachten, nein danke"-Aufkleber?

Über Lilli

Laufen ist denken, manchmal auch überlegen, immer aber sich erneuern. Eine neue Sicht auf die Dinge erlangen, die uns bewegen. Laufen ist manchmal auch davonlaufen, für eine Weile wenigstens, bevor man wieder heimkommt zu Mann und Kindern, Wäsche und Kochtopf, zu den eigenen Macken und all den bunten Schnipseln, die ein Leben so ausmachen. Laufen ist das beste Beobachten, das es gibt.

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